Harmonie

Mit dem Ausdruck Harmonie verbinden wir freudige, angenehme Gefühle. Die meisten Menschen streben nach Harmonie in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, in der Natur. Harmonie scheint ein Grundbedürfnis zu sein. Vermittelt es doch Geborgenheit, ein gewisses Maß an Sicherheit, Verständnis und vor allem das Gefühl nicht allein zu sein.

Sich mit anderen Menschen zu unterhalten, sich auszutauschen, miteinander zu freuen, zu lachen, auch Leid zu teilen, einander zu trösten, Mut zuzusprechen tut uns gut. Der Mensch braucht solche Momente.

Harmonie und Liebe werden oft in einem Atemzug genannt. Gehören diese zwei Begriffe tatsächlich zu einander, gibt es das eine ohne das andere nicht? Die Grundlage um Harmonie herstellen zu können ist verständnisvolle Liebe für den anderen. Da werden wohl die meisten zustimmen. Doch was passiert wenn man sich selbst verbiegen, Kompromisse eingehen, sich zurücknehmen muss um Harmonie für den anderen zu erzeugen? Vieles, wenn nicht sogar alles unternimmt um es den anderen „recht“ zu machen? Und dies einmal, zweimal, öfters oder gar immer so macht? Entsteht dann noch Harmonie im eigentlichen Sinne?

Manche werden jetzt sagen: „es ist meine Pflicht dafür zu sorgen dass es den anderen gut geht!“ In einer gewissen Weise stimmt dies auch. Denken wir nur an unsere Familien und vieles mehr. Und doch lohnt es sich einmal nachzudenken, sich die Frage zu stellen: „wo bleibe ich? Was passiert mit mir?“ Das Streben nach Harmonie kann auch bedeuten sich selbst hintenanzustellen, auf seine Bedürfnisse zugunsten der anderen teilweise oder sogar ganz zu verzichten. Ist dies der Sinn des Lebens, ist dies erstrebenswert? Diese Frage darf jeder für sich beantworten.

Was kann ich tun damit ich mich in dieser Situation gut fühle? Diese Frage zu stellen lohnt sich. Und es gibt Antworten. Zu erkennen „ich bin mir wichtig, ich liebe mich, ich habe das Recht über mein Leben zu bestimmen, mein Leben zu gestalten“ können die ersten Schritte sein. Klarheit gegenüber den anderen schaffen, sie auf ihre Verantwortung hinzuweisen.

Sobald du mit Selbstliebe agierst, dich und deine Bedürfnisse anerkennst, entsteht auch Klarheit. Du erhältst Kraft und bist in der Lage den anderen ihren Part zuzuweisen und auch einzufordern. Somit können du und die anderen sich weiterentwickeln.

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